equal pay day 2021

Frauen haben auch 2020 noch immer durchschnittlich 18 Prozent weniger als Männer verdient. Deutschland belegt damit einen der letzten Plätze im europäischen Vergleich. Ganze 69 Tage, bis in den März hinein, müssen Frauen hierzulande arbeiten, um auf die gleiche Entgeltsumme zu kommen wie Männer schon am 31. Dezember des Vorjahres.

 

Zum Equal Pay Day am 10. März 2021 betonte die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack:

„Wie so vieles in dieser Pandemie ist auch der Rückgang des Gender Pay Gap um einen Prozentpunkt ein spezieller Effekt für das Jahr 2020: Zur Bewältigung der Krise haben viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer Kurzarbeitsgeld erhalten, das allerdings nicht in die Berechnung der Entgeltlücke einfließt, und die Einkommensentwicklung gerade bei Männern besonders gebremst hat.

 

Daher kann uns die aktuelle Zahl von 18 Prozent nicht optimistisch stimmen, sondern muss uns herausfordern gerade jetzt in Sachen Entgeltgleichheit am Ball zu bleiben – mit gesetzlichen Regelungen, die Unternehmen zur regelmäßigen Überprüfung ihrer Entgeltpraxis verpflichten, mit Arbeitszeiten, die sich im Sinne der Beschäftigten anpassen lassen, mit besseren Angeboten zur Betreuung von Kindern und Pflegebedürftigen, die dem Bedarf entsprechen, und mit der Aufwertung frauendominierter Tätigkeiten, auch durch verbesserte Bedingungen für die Tarifbindung.“

 

Dass der Gender Pay Gap in diesem Jahr bei 18 Prozent liegt (der unbereinigte Gender Pay Gap liegt damit um einen Prozentpunkt unter dem von 2019), ist keineswegs auf eine bessere Bezahlung von Frauen im vergangenen Jahr zurückzuführen. Vielmehr tragen die Einbeziehung des Kurzarbeiter(innen)geldes und Sondereffekte der Coronakrise dazu bei, dass der Lohnabstand zwischen Männern und Frauen vermeintlich „sinkt“. Außerdem ist der große Unterschied zwischen Ost- und Westdeutschland zu beachten: Nach wie vor fällt der unbereinigte Gender Pay Gap im Jahr 2020 in Ostdeutschland mit 6 % viel geringer aus als in Westdeutschland (20 %).

 

Hier geht es zur Meldung des Statistischen Bundesamtes vom 09.03.2021.

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