FÜR BETROFFENE
NEVER YOUR JOB –
NEVER YOUR FAULT
Was tun, wenn du belästigt wirst?
Zuerst:
Es ist nicht deine Schuld. Niemals.
Egal, wie freundlich du warst, was du anhattest, ob du gelächelt hast oder nichts gesagt hast –
niemand hat jemals das Recht, deine Grenzen zu überschreiten.
Vorweg und GOOD TO KNOW:
Deine Sicherheit am Arbeitsplatz ist nicht optional – sie ist Pflicht.
Vorgesetzte und Arbeitgeber:innen sind gesetzlich dazu verpflichtet, dich vor sexueller Belästigung, Diskriminierung und anderen Gefährdungen zu schützen. Das nennt man Fürsorgepflicht.
Konkret heißt das:
- Sie müssen aktiv dafür sorgen, dass du sicher arbeiten kannst
- Wenn etwas passiert, müssen sie handeln, nicht wegschauen
- Sie sind verpflichtet, geeignete Maßnahmen zu ergreifen – z. B. Gespräche, Hausverbote, Schutzmaßnahmen und allgemein Awarenesskonzepte.
Und wenn sie nichts tun?
Dann verletzen sie ihre Pflichten.
Du hast das Recht, dich extern beraten oder unterstützen zu lassen. Zum Beispiel durch deine Gewerkschaft (NGG), oder andere Beratungsstellen (mehr dazu, sowie Kontakte findest du weiter Unten auf der Seite).
Außerdem: Sexuelle Belästigung kann ein Arbeitsunfall sein.
Wenn du im Job einen übergriffigen und/oder belastenden Vorfall erlebt hast, kannst du das als Arbeitsunfall melden – zum Beispiel bei deiner Schichtleitung oder deinem*deiner Arbeitgeber:in.
Das hilft dir, schneller Unterstützung zu bekommen.
Die Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN) kann dir dann unkompliziert einen Termin für professionelle Hilfe vermitteln – z. B. psychologische Beratung oder Therapie.
Du musst das nicht allein tragen.
Wenn dein Betrieb über die BGN versichert ist (das ist in der Gastronomie fast immer der Fall), hast du ein Recht auf Hilfe – kostenlos und ohne lange Wartezeiten.
Wenn du eine unangenehme oder übergriffige Situation erlebst, kannst du:
1. Grenzen setzen- wenn du dich sicher fühlst
- Du musst dabei nicht nett oder höflich sein.
- Auch ein einfaches „Nein“ reicht.
Aber du bist zu nichts verpflichtet.
Wenn du nichts sagst, dich zurückziehst oder nur versuchst, schnell rauszukommen, ist das auch okay. Deine Sicherheit geht immer vor!
2. Dir Unterstützung suchen:
- Sprich Kolleg:innen an, denen du vertraust.
- Gibt es eine Schichtleitung oder Ansprechperson? Sag Bescheid.
- Manche Läden haben Awareness-Strukturen – frag nach.
Wenn du niemanden direkt ansprechen willst: Schreib’s auf. Dokumentier es und hol dir später Hilfe.
3. Den Vorfall dokumentieren
Notiere dir:
- Was passiert ist (kurz, stichpunktartig)
- Wer beteiligt war (im Idealfall mit kurzer Personenbeschreibung)
- Datum, Uhrzeit, Ort
- Gab es Zeug:innen?
Das hilft, wenn du dich später beschweren, Anzeige erstatten oder dich beraten lassen willst.
4. Externe Hilfe in Anspruch nehmen
Du musst das nicht allein durchstehen. Es gibt Stellen, die zuhören, unterstützen und mit dir Wege finden, auch und gerade wenn deine Chefs* nicht so reagieren, wie du es brauchen würdest – kostenlos und vertraulich.
Beratungsstellen und erste Hilfe bei/ nach Übergriffen und herausfordernden Situationen:
- Lúnita Awareness im Viertel – Freitags und Samstags aber auch an Feiertagen zwischen 22:00 und 4:00 unter der Nummer +49 1762 6460 439 zu erreichen – https://www.l-unita-security.de/
- Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“: 08000 116 016
- Allgemeiner Notruf der Polizei: 110
Beratungsstellen, wenn du Probleme mit deinen Chefs* hast/ wenn deine Chefs* dir keine Hilfe und Unterstüzung bieten:
- ADA – Deine Beratungsstelle gegen Diskriminierung am Arbeitsplatz https://www.ada-bremen.de/kontakt
- Die Arbeitnehmerkammer Bremen – https://www.arbeitnehmerkammer.de/arbeitnehmerinnen-arbeitnehmer/recht/unser-beratungsangebot.html
- Deine Gewerkschaft – Die NGG Bremen https://nord.ngg.net/bremen-weser-elbe
Kontakt zum Projekt
Für Rückfragen oder zum Austausch erreichen Sie uns unter not-my-job@landesfrauenrat-bremen.de
✊Wie du auch mit der Situation umgehst, es gilt immer: Du bist nicht allein und du bist niemals Schuld.
Auch wenn sich alles erst mal verwirrend, überfordernd, doll, ohnmächtig oder durcheinander anfühlt:
Du hast das Recht, dich zu wehren.
Du hast das Recht, wütend zu sein.
Du hast das Recht, dich zu schützen.
Und: Du bist nicht die Einzige.
Es ist kein Einzelfall – es ist ein strukturelles Problem. Und du darfst laut sein.
